Passend zum Advent trafen wir uns am 18. Dezember 2009 zum Glühwein- und Punschkosten am Kunsthandwerksmarkt vor der Karlskirche. Dieser gilt als der am wenigsten kitschige Weihnachtsmarkt in Wien, und unter den zahlreichen Standln finden sich auch einige mit Bioprodukten.

Bei winterlichen Temperaturen verkosteten wir zu Beginn den überall erhältlichen Klassiker – nämlich Glühwein – von verschiedenen Anbietern. Dazu schwirrten wir in alle Richtungen aus, erstanden je einen Glühwein, und trafen uns schließlich wieder zum Probieren. Dass jeder anders schmeckte war wenig überraschend, sehr interessant war aber herauszufinden, welche verschiedenen Geschmacksnoten jeweils dominierten.

So machten wir bei einem eine Barrique-Note aus, ein anderer war durch etwas zu viel Gewürznelken recht herb-scharf geraten, der von einem französischen Crêpes-Standl war mit Marillenbrand aufgepeppt, und beim Schilcherglühwein war der fruchtig-säuerliche Geschmack charakteristisch. Zu den Glühweinen, die uns am besten mundeten, zählte jener vom Punschstand “zum Franz”, bei dem konsequent ausschließlich Bio-Zutaten verwendet werden.

Franz Schmitsberger, der diesen Stand seit mehreren Jahren betreibt, nahm sich für uns Zeit und erzählte über seine Philosophie, nach der ihm bei den Zutaten neben Bioqualität auch möglichst regionale Herkunft wichtig ist und er auf einen guten zwischenmenschlichen Kontakt zu seinen Lieferanten, vor allem Biobauern, Wert legt.

Wir verkosteten noch verschiedene Beeren-, Apfel- und Holunderpunsch-variationen, und als uns schließlich trotz der wärmenden Getränke richtig kalt war, machten auch die Stände zu. Das war’s für 2009, wir sehen uns im neuen Jahr!

Am 19.11.2009 luden wir zu einer Verkostung ins Projektlokal Hernalser Hauptstraße 49 ein, die ganz im Zeichen der aktuellen Jahreszeit stand: Most, Walnüsse und Kürbissuppe bildeten den herbstlichen Schwerpunkt.

Im Vergleich wurde deutlich, wie vielfältig Apfel- und Birnenmost sein kann. Wir probierten sortenreine Moste aus den Apfelsorten Braeburn, Schafnase, Ilzer Rosenapfel und Maschanzker vom Kögerlhof der Familie Krispel sowie Caldera aus dem steirischen Vulkanland und Most aus Pöllauer Hirschbirnen. Gemischte Apfel-Birnen-Moste der Streuobstwiesen im Mostviertel rundeten dieses Thema ab.

Most kosten

Einer ähnlich großen Vielfalt standen wir bei den Walnüssen gegenüber: von daheim mitgebrachte Walnüsse aus Hausgärten im Innviertel, in Oberbayern, Radkersburg und dem Oberen Drautal sowie im Handel gekaufte biologische Walnüsse aus Ungarn und konventionelle aus Chile wurden verkostet.

Walnüsse unterschiedlichster Provenienz

Dörrpflaumen dienten zwischendurch zum Neutralisieren des Geschmacks – und einfach zum Naschen.

Nuss Genuss

Schließlich gab’s eine wärmende Kürbissuppe zum gemütlichen Ausklang. Im Mittelpunkt des Abends standen die Weiterentwicklung des individuellen Geschmackserlebens und der Spaß, dies gemeinsam zu tun.

Gemütlicher Ausklang

Zum Nachlesen kannst du hier die Übersicht über die Walnüsse als PDF downloaden:

Verkostung herbstlicher GeNüsse 19-11-2009

In Iowa, einem amerikanischen Bundesstaat der fast die doppelte Größe von Österreich misst, werden 90% der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Mais (engl.: Corn) ist dabei ein Haupterzeugnis. King Corn erzählt von den historischen Entwicklungen und problematischen Auswirkungen des intensiven Maisanbaus im Mittleren Westen der USA.

Begleitend, und im Kontrast, zu diesem Film führten wir uns die Vorteile einer regionalen Lebensmittelkultur vor Augen und servierten regionale Spezialitäten. Innviertler Knödel, Gorgonzolaaufstrich, Waldviertler Mohnnudeln, Käferbohnensalat oder Kürbiskernaufstrich wurden von uns eigens zubereitet und in regem Austausch verkostet. Wie lecker Regionalität doch sein kann!

An einem schönen sonnigen Sonntag Nachmittag versammelten sich die „Jungen Schnecken“ um hinaus ins Marchfeld zu fahren, bereits mit großer Vorfreude auf den Bio-Spargelbauern, der dort auf uns wartete. Unser Ziel war der Hof der Familie Brandenstein.

Dort angelangt durften wir zuerst eine Einführung in die Geschichte des Hofes hören und bekamen Erläuterungen über die Besonderheiten der Böden und des Klimas dieser Gegend.

Danach ging es ab auf die Felder. Für viele von uns war es das erste Mal, den Spargel am Feld zu sehen. Wir erfuhren allerlei Interessantes über den biologischen Anbau des weißen wie auch grünen Spargels und über die vielen Besonderheiten die man beachten muss, um hervorragende Qualität zu erhalten.

Die Spargelstecher waren währenddessen fleißig am Arbeiten und schließlich durfte auch noch jeder von uns versuchen, Spargel zu stechen. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, umso mehr beeindruckte uns die Geschwindigkeit welche die professionellen Spargelstecher an den Tag legten.

Spargelstechen

Spargelfeld mit den Profis am Werk

Von den Feldern ging es wieder zurück zum Hof, um auch noch die Reinigung der Spargelstangen sowie die Lagerung erklärt zu bekommen und zu besichtigen. Die letzte Station war der Hofladen der Familie Brandenstein.

Wieder in Wien angekommen ging es im uoqbon dann ans Kochen und Verkosten der erworbenen Spargelstangen.

Spargelschälen im Team

Einige von uns waren mit dem Spargelschälen beschäftigt, während manche an die Fertigung der Sauce Hollandaise gingen. Neben der Sauce Hollandaise gab es auch noch Bozner Sauce und Spargel mit Butterbröseln. Und allen hat’s ausgezeichnet geschmeckt!!

Schwarze Bandnudeln, grüne Spaghetti, rote Kärntner Kasnudeln und bunte Teigtaschen. Diese Vielfalt an verschiedenen Pastaarten haben wir bei unserem ersten gemeinsamen Kochabend kreiert. Experimentiert wurde mit natürlichen Färbemitteln (Roter Rübensaft, Spinat und Tintenfischtinte), sowie mit verschiedenen Teig- und Saucenvarianten.

rote Kärntner Kasnudeln in Bearbeitung

Dieses Knochvergnügen hat unser aller Körper, Nerven und Sinne auf die Probe gestellt: Armmuskeln wurden durch das Teigkneten und –treiben und Lachmuskeln durch heitere Späßchen strapaziert. Bei so manchem riss auch kurzzeitig der Geduldsfaden, kam anstatt eines geschmeidig glatten Teiges, ein löchriger aus der Nudelmaschine.

meterlange Nudeln aus der Maschine

Doch das Durchhaltevermögen hat sich bewährt: Die Nudeln waren nicht nur ein Hochgenuss für das Auge, sondern auch für den Gaumen!

buntes Nudel-Allerlei

für 4 Personen

Zutaten

  • 300 g Hopfenspitzen (nur die zarten vorderen 10 cm der Triebspitzen pflücken)
  • 1 Zwiebel
  • Salz und Pfeffer
  • Öl
  • Schlagobers nach Belieben
  • Pasta (am besten Spiralen o. ähnliches, das nimmt die geschnittenen Hopfenspitzen gut auf)

Zubereitung

Hopfenspitzen abschwemmen und in 1 cm lange Stücke schneiden. Zwiebel klein schneiden, im Öl anschwitzen, geschnittene Hopfenspitzen zugeben und kurz und scharf anbraten, mit Salz, Pfeffer (und Schlagobers) abschmecken und unter die gekochten Nudeln rühren.

Zutaten

  • 1 Flasche Weißwein (z.B.: Bio grüner Veltliner von Penny)
  • 1 Handvoll Schafgarbenblätter
  • 2 EL Zucker (oder auch mehr, je nach Geschmack und Süße des Weines)
  • 60 ml Wodka

Zubereitung

Schafgarbe verlesen, gut waschen und gründlichst abtrocknen. Es darf nicht zu viel Wasser in den Wein kommen, damit er nicht schlecht wird! In die Flasche geben und den Wein mit 2 EL Zucker und Wodka versetzen. Gut verschlossen in den Kühlschrank stellen und öfters schütteln. Nach rund 2 Wochen “Ziehzeit” mit etwas Zitrone als Aperitif servieren.

für 1 Marmeladeglas

Zutaten

  • Schafgarbe (mindestens 2 Handvoll, am besten junge Blätter)
  • 100g geriebene Mandeln
  • 1 EL Salz
  • 1 TL Pfeffer
  • Saft 1 Bio-Zitrone
  • 100ml Rapsöl

Zubereitung

Die Kräuter mit Öl und Salz mit einem Stabmixer pürieren, dann die Mandeln, Zitronensaft und eventuell Pfeffer dazugeben und cremig mixen. Je nach gewünschter Konsistenz kann dann noch etwas Öl oder Nüsse dazugegeben werden. In sterilisierte Gläser abfüllen und mit Öl überschichten, so hält sich das Pesto im Kühlschrank rund 3 Wochen.

für 1 Marmeladeglas

Zutaten

  • Bärlauch nach Belieben
  • 100g geriebene Haselnüsse
  • 1 EL Salz
  • 100ml Rapsöl

Zubereitung

Die Kräuter mit Öl und Salz mit einem Stabmixer pürieren, dann die Nüsse, Zitronensaft und eventuell Pfeffer dazugeben und cremig mixen. Je nach gewünschter Konsistenz kann dann noch etwas Öl oder Nüsse dazugegeben werden. In sterilisierte Gläser abfüllen und mit Öl überschichten, so hält sich das Pesto im Kühlschrank rund 3 Wochen.

für 4 Personen als Hauptspeise

Zutaten

  • ein großes Sackerl Löwenzahn/Röhrlsalat (beim Sammeln knapp oberhalb des Wurzelansatzes abschneiden, sodass die Rosette zusammen bleibt)
  • 1 kg speckige Erdäpfel
  • Salz
  • Kernöl
  • Essig

Zubereitung

Löwenzahn putzen und waschen, danach kleinschneiden, gekochte, noch heiße Erdäpfel dazu schneiden und mit gutem steirischem Kernöl, Essig und Salz abrühren.

Die “fette” Alternativversion dazu: statt dem Kernöldressing röstet man Speck in einer Pfanne an, löscht mit Essig ab und schüttet dieses Gemisch über den Salat und die Kartoffeln und schmeckt mit Salz ab. Das ganze ergibt mit hartgekochten Eiern garniert eine traditionelle Osterspeise in der Weststeiermark.

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